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Was bedeutet doppelt Rahmengenäht bei Stiefeln?

 

Schuhe gibt es in allen Varianten und aus allen möglichen Materialien. Ausschlaggebend für einen guten Schuh ist das Material aber natürlich auch die Herstellung und die Verarbeitung. Günstige Schuhe werden in der Regel einfach geklebt. Dies führt dazu, dass sich oft die Sohle vom Schuh löst und die Haltbarkeit und die Qualität geringer sind. Eine andere aber eher veraltete Methode ist das Holz-nageln. Dies wird allerdings kaum noch genutzt, da die Reparaturanfälligkeit sehr hoch ist.

  • Qualitätsbeweis

Hochwertige hergestellte Schuhe sind rahmengenäht. Diese Art der Herstellung ist hochwertig und arbeitsaufwendig. Handwerkliches Können ist eine unbedingte Voraussetzung. Rahmen genähte Schuhe erhalten ihren Namen durch die Verwendung eines Rahmens. Dieser Rahmen ist ein Lederstreifen, der von unten an die sogenannte Brandsohle und den Schaft genäht wird.

  • Doppelnaht

Dazu kommt eine weitere Naht, die sogenannte Doppelnaht. Diese verbindet dann die Laufsohle mit dem Stiefelschaft. Der Hohlraum zwischen der sogenannten Brandsohle und der Laufsohle wird in der Regel mit Kork ausgefüllt. Der Fuß hat so die Möglichkeit sich sein eigenes angepasstes Bett zu verschaffen. Durch den Rahmen erhält der Stiefel eine hohe Festigkeit und vor allem auch Formstabilität. Die angenähte Sohle erfreut sich hoher Reparaturfreundlichkeit und erhöht somit natürlich auch die Lebensdauer des Stiefels. Bei guter Pflege kann der Stiefel durchaus 10 Jahre halten.

  • Es gibt drei Varianten bei der Herstellung von rahmengenähten Stiefeln.
  1. Bei der klassischen Variante, dem sogenannten Rangieren, wird aus dem Randbereich der Brandsohle eine Lippe aus-geschnitzt, welche dann an den Rahmen genäht wird. Dies ist schwierig und vor allen Dingen auch zeitaufwendig, da es nur mit der Hand ausgeführt werden kann. Die Naht geht nicht durch die Brandsohle und ist somit im Schuh auch nicht sichtbar. Durch diese Verarbeitung entsteht eine deutlich bessere Wasserfestigkeit und auf den Einbau einer zusätzlichen Decksohle kann verzichtet werden.
  2. Aufgrund des enormen Zeitaufwandes bei der klassischen Methode begann die Suche nach maschinellen Hilfsmitteln. Hieraus entstand das sogenannte BLAKE-Verfahren. Hier wird der Rahmen mit Hilfe einer Maschinennaht mit Schaft und Brandsohle verbunden. Es handelt sich dann um eine durchgehende Naht, die also auch im Schuhinneren zu sehen ist. Zur Verdeckung wird eine Decksohle eingebaut.
  3. Die letzte und neueste Methode ist Goodyear-Welted. Hierbei werden spezielle Nähmaschinen eingesetzt die die Laufsohle mit dem Rahmen verbinden. Stiefel die mit dieser Methode hergestellt wurden, tragen den Namen Goodyear-Welted.