Lederstiefel und Schuhe – Alles über den Beruf des Schuhmachers
Der Schuhmacher
Das Sprichwort „ Schuster bleib´ bei deinen Leisten“ kennt wohl jeder. Und die Leisten sind eines der wichtigsten Utensilien des Schusters. Bei der Schuhherstellung wurde das Oberleder über den Leisten gezogen und durch Klopfen und Strecken in die gewünschte Form gebracht.
Der Beruf des Schuhmachers
Der Beruf des Schuhmachers ist über 15000 Jahre alt. Schon in der Steinzeit wurden die Füße mit Leder oder Fellresten umwickelt. Im Laufe der Jahrhunderte gab es viele Veränderungen. Nach den ersten Sandalen folgten später die Stiefel. Zu erst wurde nicht auf linken oder rechten Fuß geachtet, später im Mittelalter erreichte der Schuh ein Statussymbol bei den Wohlhabenden. Zu diesem Zeitpunkt wachten die Zünfte über das Schuhmacherhandwerk. Später übernahm die Innungen diese Aufgabe. Wie bei vielen anderen Handwerken auch, brachte die Industrialisierung einen Stellenabbau. Die Produktion von handgefertigten Schuhen ging stark zurück.
Schuster oder Schuhmacher sind zwei Bezeichnungen für ein und denselben Beruf. Flickschuster waren Leute, die nur Reparaturen an den Schuhen ausführten. Heute trifft man auf die Berufsbezeichnungen Schuhfertiger, sie sind in der industriellen Herstellung tätig, Schuhmodelleur, Schuhmonteur und Schuhtechnologe. Der Schuhmacher als Fachmann berät den Kunden nicht nur zu Fragen der Schuhreparatur, sondern darüber hinaus auch fachliche Hinweise zur Schuh- und Lederpflege.
Nach Prüfung von getragenen Schuhen der Kunden sowie eventuell die Augenscheinnahme dessen Füße, kann der Schuhmacher bei Passformproblemen und Tragekomfort fachgerechte Tipps geben. In seinen Aufgabenbereich fällt auch die Beratung, das Durchführen von Hochglanzpolituren oder das Entfernen von Flecken im Leder. In Deutschland kann man auch die Zulassung als Nicht-Meistern das Schuhmacherhandwerk betreiben. Da der Schumacher noch immer Ausbildungsberuf ist, kann man sich bei die zuständigen Industrie und Handelskammer über die Ausbildung informieren. Zum Bestandteil der Gesellenprüfung gehört heute noch immer die manuelle Herstellung eines Paars rahmengenähter Schuhe.
Auch die Materialien aus denen Schuhe hergestellt werden, haben sich im Laufe der vielen Jahre verändert. Wurde früher fast nur Tierleder und Gummi verarbeitet, kamen später thermoplastische Kunststoffe und Gewebe aus Chemiefasern hinzu. Für hochpreisige Modelle wird nur Leder als Material verwendet. Designerschuhe erzielen auf dem Markt locker mehr als 1000 € pro Paar.
Im Laufe der Jahre haben die Schuhe nicht nur durch ihr Aussehen an Attraktivität gewonnen, die Menschen legen mehr Augenmerk auf Leichtheit, Bequemlichkeit und Wohlfühlaspekte. Im Sport unterstützen Schuhe die Leistungsfähigkeit und Dynamik der Sportler. In Handarbeit werden Schuhe von Orthopädieschuhtechnikern und von Schuhmachern die in Theatern, oder als „Ballettschuhmacher“ in Opernhäusern angestellt sind, hergestellt. Zierpantoffeln haben die bis in die letzten Jahre verwendeten Hausschuhe ersetzt. Wer mehr über diese Handwerk wissen möchte, kann das Schuhmuseum in Burgkunstadt, Kerpen, Wedemark oder die alle drei Jahre stattfindende Messe in Wiesbaden besuchen. Im Übrigen schlagen auch bei dem Schuhverkauf die Asiaten kräftig zu. Im Jahr 2006 kamen laut statistischen Bundesamtes 60% der Schuhimporte aus China und Vietnam.
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